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Petra: Hilfe, meine Smithi hat Schüttelfrost Daniel Hofer: Spinnengeschichten aus Südamerika und Afrika

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Astrid: Mein neuer Untermieter


Eine Vogelspinne sollte es sein! Zuerstmal hieß es informieren, lesen, lernen! Ich wollte mich zuerst ausgiebig mit dem Thema beschäftigen, bevor ich mir dann eine anschaffen wollte. Nach ein paar Wochen hatte ich mich entschieden: es sollte eine möglichst semi-adulte Brachypelma smithi sein, die ja neben Grammostola rosea als "die" Einsteigerspinne gilt.

Zuerst suchte ich einige Zoohandlungen auf, einfach nur um mal zu schauen und Preise zu vergleichen. Gleich im ersten Laden war es Liebe auf den ersten Blick, da saß SIE in einem Terrarium, aber leider mit einem dicken Aufkleber "verkauft" an der Scheibe. Die anderen smithis, die sie noch hatten, sahen alle nicht so recht fit aus, eine hatte einen ziemlich kleinen, verschrumpelten Hinterleib, obwohl genügend Wasser in ihrer Tränke war, andere machten auch keinen richtig tollen Eindruck auf mich.

Eigentlich hatte ich dann vor, mir eine Spinne auf der Terrarienbörse in Hannover zu kaufen, deshalb ging ich vorher nochmal in die Zoohandlung, um mir schon mal ein Terrarium zu kaufen. Und da war SIE immer noch! Also habe ich eine Verkäuferin angesprochen, die aber von einem Verkauf nichts wußte, und sich auch schon gewundert hatte, daß das Schild seit einigen Wochen da dran hing. Jedenfalls hatte sie keine Skrupel, mir die Spinne zu verkaufen. Ich habe dann erstmal das Terrarium zuhause eingerichtet und am nächsten Tag die kleine smithi abgeholt. Sie war etwa 4 cm groß und schien recht fit zu sein. Ich nannte sie Thekla.

Beim Einfangen, Transport und späteren Einsetzen ins Terrarium war sie total friedlich, sie zeigte keinerlei Drohgebärden oder Hektik. Der erste Weg führte erstmal direkt unter die Korkhöhle. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, daß sie sich darin erstmal verkriecht, aber nach 2 Minuten war sie schon wieder draußen und hat sich erstmal genauestens umgesehen. Sie hat eine Stunde lang das ganze Terri abgewandert und sich dann einen Platz zum Ausruhen auf der Höhle gesucht.

Sie scheint keine dämmerungs- oder nachtaktive Spinne zu sein, meistens verkriecht sie sich so gegen 23.00 Uhr in der Höhle und kommt am nächsten Morgen so gegen 9.00 Uhr wieder hervor und bleibt fast die ganze Zeit sichtbar im Terrarium. Für einen Anfänger optimal, denn man will das Tier ja auch gern beobachten. Bisher hat sie nur wenige Tage komplett in der Höhle verbracht. Auch sonst ist sie schön, farblich sehr hübsch (wie es sich für eine smithi gehört) und auch sehr friedlich. Wenn ich ins Terrarium greife und sie nicht unmittelbar vor der Falltür sitzt, ignoriert sie das einfach, ansonsten bewegt sie sich unter ihre Höhle und sieht mir von da aus zu, was ich denn so in ihrem Wohnbereich treibe.

Als ich Thekla gekauft habe, hatte sie einen kahlen Fleck am Abdomen, das heißt, irgendwann muß sie schon mal sauer geworden sein ;-) Deswegen hatte ich befürchtet, daß sie vielleicht eher ein aggressives Tier sein könnte, aber dem scheint mir nicht so zu sein. Wahrscheinlich ist das beim Transport zum Zoohändler passiert oder die Behandlung dort war nicht so optimal. Bei mir hat sie bisher jedenfalls nicht bombardiert, auf mich macht sie einen ganz friedlichen und fitten Eindruck.
Dieser nackte Fleck war jedoch für mich als Anfänger eine große Hilfe, denn seit dem Tag ihres Einzugs wollte Thekla nicht fressen. Heimchen ignorierte sie, selbst wenn sie direkt vor ihrer Nase herumspazierten. Am nackten Fleck am Abdomen konnte ich aber sehen, daß sich dieser mit der Zeit immer dunkler verfärbte, was auf eine baldige Häutung hinweist. Und so war's dann auch. Nachdem sie schon drei Wochen nichts gefressen hatte - und ich schon ganz verzweifelt war - war es dann eines schönes Morgens so weit: sie lag auf dem Rücken. Sie tat das neben ihrer Korkhöhle am Rand des Terrariums. Nun hieß das Motto: ruhig bleiben und auf keinen Fall stören! Ich war tierisch aufgeregt, aber auch ganz schön besorgt, ob sie es ohne Probleme schaffen würde. Leider mußte ich zur Arbeit und konnte die Häutung nicht beobachten (an dieser Stelle einen lieben Gruß an meinen Chef: Beim nächsten Mal mach ich blau, das laß ich mir nicht nochmal entgehen!). Als ich abends nach Hause kam, war alles längst gelaufen, da saß Thekla schon wieder "auf allen Vieren" in ganz neuem Glanz, neben sich die abgeworfene Haut. Einige Stunden später war sie auch schon wieder aktiv und auf Rundgang im Terrarium, wenn auch noch etwas vorsichtig. Sechs Tage nach der Häutung habe ich sie zum ersten Mal gefüttert und sie ließ dem Heimchen keine 30 Sekunden! Seitdem frißt sie regelmäßig und macht auch sonst keine Sorgen. Ich habe den Eindruck, daß sie sich sehr wohl fühlt und ich habe viel Freude an ihr.

Ein paar Hintergrunddaten zu ihrer "Behausung": das Terrarium ist 30 cm lang, 30 cm breit und 20 cm hoch, es gibt eine Tränke, eine Pflanze (leider nur aus Plastik, da ich keinen Efeu oder ähnliches finden konnte, der nicht in gedüngter Erde steckte oder sonstwie mit Pestiziden behandelt worden war), eine Korkhöhle zum Verkriechen. Der Bodengrund ist Terrarienerde aus dem Zoohandel, einen Teil des Terrariums habe ich noch mit etwas gröberer Borke ausgelegt, so hat sie etwas Abwechslung, was ihr offenbar auch gut gefällt, ein wenig hat sie schon umarrangiert. Ich heize mit einem einfachen 25 Watt-Strahler, der nur tagsüber brennt, d.h. ich habe mich für Tag-Nachtrhytmus entschieden. Die Luftfeuchtigkeit beträgt 65 - 75 Prozent, die Temperatur tagsüber 27 Grad, nachts ohne Beleuchtung sind es 24-25 Grad. Für den Winter habe ich eine Heizmatte gekauft. Wenn es erst richtig kalt wird, denke ich, kann ich die Temperatur nachts ohne Beleuchtung nicht über 20 Grad halten, so daß ich dann wohl die Heizmatte benutzen werde.

Astrid, September 1999


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