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Die Vogelspinne


Erwerb einer Vogelspinne

Wenn Sie sich für eine Vogelspinnenart entschieden haben, stellt sich Ihnen die Frage, ob es ein großes Tier oder ein Jungtier sein soll. Große Exemplare sehen natürlich beeindruckender aus und sind, gerade für Anfänger, die interessantere Wahl. Sie sind allerdings auch wesentlich teurer als Kleinere. Die Aufzucht von jungen Vogelspinnen erfordert andererseits Geduld, macht aber auch Spaß. Sie lernen nämlich so Ihre Spinne besser kennen, wissen mehr über ihr Verhalten und können sich selbst besser daran gewöhnen.

Und dann ist es eben doch etwas Anderes, ob Sie einfach eine große Vogelspinne kaufen oder eine selbst großgezogene haben....

Wo (nicht) kaufen?

Vermutlich scheint es am naheliegendsten, zum Kauf einer Vogelspinne in ein Zoogeschäft zu gehen. Auch für mich war das die erste Anlaufstelle. Als ich mich jedoch nach den genauen Haltungsbedingungen erkundigen wollte, bekam ich statt der gewünschten Auskunft die Adresse eines Vogelspinnensammlers. Die Angestellten sind mit konkreten Fragen häufig überfordert und geben aus diesem Grund manchmal sogar falsche Ratschläge.

außerdem....

Ich rate aber nicht nur deshalb davon ab, dort zu kaufen.
Zum einen sind die Preise meist mindestens doppelt oder dreimal so hoch, wie bei Hobbyzüchtern und zum anderen sind die Vogelspinnen evtl. durch miserable Transportbedingungen und/oder falsche Haltung so geschwächt, dass sie nicht mehr sehr lange leben. Ein weiterer Grund ist der, dass es sich möglicherweise um den Wildfang, also ein dem natürlichen Lebensraum entnommenes Tier, einer Art handelt, von der es schon genügend in Gefangenschaft nachgezüchtete Exemplare gibt.

....also:

Schauen sie doch einfach mal unter (Tausch-) Börse: Kleinanzeigen, ob sie die Spinne Ihrer Wahl schon dort finden.

Nun zur Haltung :

(aus Antworten auf Emails zusammenkopiert und noch nicht bearbeitet)

Vogelspinnen zählen wahrscheinlich zu den pflegeleichtesten (Terrarien-)Tieren, aber es gibt natürlich ein paar Dinge, die zu beachten sind.

Zur Wahl eines geeigneten Terrariums und was bei dessen Einrichtung zu beachten ist, findest Du auf meiner Webseite Infos (oder hast Du schon gefunden) unter Haltung im Terrarium

Haltungsbedingungen:

Die meisten Arten lassen sich problemlos bei einer Temperatur von 22-25° C und einer Luftfeuchtigkeit von ca. 70-80 % halten.

Falls die Terrarien nicht in einem entsprechend beheizten Raum stehen (lohnt sich natürlich nur bei einer größeren Sammlung), bieten sich Heizkabel als Wärmequelle an, die evtl. über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden. Um zu testen, welche Temperatur sich einstellt, empfiehlt es sich, ihren Verlauf ein paar Tage ohne Besetzung zu beobachten und ggf. zu korrigieren.

Die nötige Luftfeuchtigkeit wird durch entsprechendes Reduzieren der Belüftung erreicht. Geringe Luftzirkulation erhöht allerdings die Gefahr der Schimmelbildung. Da sich Schimmel hauptsächlich auf Futterresten bildet, sollten diese möglichst schnell entfernt werden. Tips zur Vermeidung von Schimmel findest Du übrigens auch in Andys Artikel.

Fütterung:

Vogelspinnen können ganz gut über einen längeren Zeitraum ohne Futter auskommen. Das heißt, sie verhungern auch dann nicht, wenn sie ein paar Wochen nicht gefüttert werden. Gutgenährte größere Exemplare überstehen auch einen Zeitraum von mehreren Monaten oder sogar ein ganzes Jahr. Manche Arten legen sogar von sich aus jahreszeitlich bedingte mehrmonatige Fastenpausen ein und bringen so manchen Spinnenliebhaber zur Verzweiflung. Solange sie ihren gewohnten Tätigkeiten (vor allem sich ausgiebig putzen) nachgehen und bei Störungen ihr für die Art übliches Abwehrverhalten zeigen, besteht jedoch kein Grund zur Besorgnis. Ein Trinkschälchen mit frischem Wasser sollte aber niemals fehlen! Ist das Bodensubstrat feucht genug, können sie ihren Wasserbedarf zur Not auch darüber decken.

Im Normalfall reicht es einer Vogelspinne also völlig, wenn sie einmal pro Woche oder alle zwei Wochen gefüttert wird. Vermutlich wird es aber Dir als Anfänger mit nur wenigen Tieren nicht reichen, das Schauspiel des Beutefangs nur so selten beobachten zu können. Wir haben unsere Spinnen am Anfang auch fast täglich gefüttert. Wenn es aber mal ein paarhundert sind....

Es sollte immer kontrolliert werden, ob das Beutetier gefressen wurde und dieses nach ein, zwei Tagen wieder entfernt werden. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn möglicherweise eine Häutung bevorsteht.

Einspinnen der Beute....

Was der genaue Grund für dieses Verhalten ist, weiß ich zwar auch nicht, aber dass es der Markierung des Territoriums dient, glaube ich nicht, da die meisten Vogelspinnenarten sowieso allein in ihren Höhlen leben und keine Artgenossen dulden (es gibt natürlich wie immer auch Ausnahmen). Bei diesen Drehungen wird auf jeden Fall ein "Fressteppich" gesponnen und gleichzeitig das Beutetier eingesponnen. Vielleicht, damit die Beute beim Zerkauen nicht auseinanderfällt oder um sie zusätzlich mit irgendwelchen Proteinen anzureichern, die vielleicht das Verdauen erleichtern. Alles nur Spekulationen....

Futterverweigerung....

Vogelspinnen fressen nicht nur vor einer Häutung eine Zeit lang nichts (manchmal ein paar Monate) sondern brauchen auch nach der Häutung erst mal Zeit um wieder komplett auszuhärten (vor allem die Chelizerenklauen, also die Beißwerkzeuge). Bei sehr kleinen Spinnen dauert das normalerweise nur ein paar Tage und nach einer Woche fressen sie wieder. Bei großen Tieren ist es nicht ungewöhnlich, dass sie ein paar Wochen nichts fressen.

Am besten sieht man das natürlich, wenn sich die Spinne eingegraben hat, um sich zu häuten: dann heißt es manchmal viel Geduld haben, bis sie ihre Höhle wieder öffnet, denn das ist das sicherste Zeichen dafür, dass sie wieder auf Beute wartet.

Auch ohne Häutung kann es vorkommen, dass eine Spinne monatelang nichts frisst, sogar ein halbes Jahr. Gerade bei Spatulata ist das keine Seltenheit. Meine Spatulata (übrigens auch meine erste Vogelspinne) hat sich vor der letzten Häutung drei Jahre nicht gehäutet und in dieser Zeit oft längere Zeit gefastet. Da sie sich trotzdem normal verhalten hat (Fluchtreaktion, Abwehrverhalten,...), hatte ich auch keine großen Bedenken, dass sie krank sein könnte.

Du solltest aber auf jeden Fall darauf achten, dass Deine Spinne immer ein Schälchen mit sauberem Wasser hat. Eine gutgenährte Vogelspinne kann problemlos monatelang ohne Futter leben, ohne Wasser allerdings nicht.


Bei Deiner G. grossa (ehemals pulchripes) kann es sich um eine Fastenpause handeln, die manche Arten gelegentlich einlegen. Dass so eine Pause mehrere Monate dauert ist dabei nichts Ungewöhnliches. Auch wenn noch nichts von einer bevorstehenden Häutung zu sehen ist, könnte das eine mögliche Ursache für die Futterverweigerung sein. Eine meiner beiden Grossas hatte auch eine Weile nichts gefressen.

Solange sie ihren gewohnten Tätigkeiten (vor allem sich ausgiebig putzen) nachgeht und bei Störungen ihr für die Art übliches Abwehrverhalten zeigt (abgesehen von einer ganz kurz bevorstehenden Häutung), besteht jedoch kein Grund zur Besorgnis. Ein Trinkschälchen mit frischem Wasser sollte natürlich nicht fehlen, aber das weißt Du vermutlich. Wenn sie außerdem gut genährt ist, verhungert sie wegen ein paar Monaten ohne Nahrung bestimmt nicht.

Du könntest evtl. vorsichtig das Klima verändern, z.B. vorübergehend trockener halten und die Temperatur absenken.

Keine Schwämme!!!

Falls Du das beachtet hast, gäbe es noch mindestens eine mögliche Todesursache. In feuchten Schwämmen können sich wunderbar Pilze und Bakterien entwickeln, deshalb auf keinen Fall Schwämme oder ähnliches zur Wasserversorgung verwenden! Meine kleinen Spinnen haben normalerweise keine Trinkgefäße (dazu sind z.B. Filmdöschen auch etwas zu klein :-) und decken ihren Flüssigkeitsbedarf offensichtlich problemlos mit der durch Beutetiere aufgenommenen Flüssigkeit und indem sie am feuchten Torf "nuckeln".

Säubern des Terrariums....

Je nach Zustand der Terrarieneinrichtung und vor allem des Bodensubstrats solltest Du ein Terrarium einmal pro Jahr oder evtl. auch nur alle zwei Jahre komplett säubern und neu einrichten. Für möglichst lange Zeiträume spricht, dass sich die Spinne jedesmal komplett neu eingewöhnen muss und so eine Aktion sehr viel Stress für sie bedeutet. Immerhin verbringen zumindest weibliche Vogelspinnen in ihrem natürlichen Lebensraum ihr ganzes Leben in der gleichen Höhle, die dem Wachstum entsprechend erweitert wird. Auch wenn Kot und Futterreste immer sofort beseitigt werden, machen die dadurch verursachten Verunreinigungen solche Säuberungen mit der Zeit meist unumgänglich.


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