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Haltung im Terrarium Das Terrarium

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Geeignete "Einstiegsmodelle"



Eine Vogelspinne muss her!

Vielleicht haben Sie sich dazu entschlossen, sich eine Vogelspinne zuzulegen und möchten nun wissen, welche Spinnen für den Anfang geeignet sind. Damit sind Sie hier an der richtigen Stelle. Sie sollten sich aber bewusst sein, dass Vogelspinnen bis zu 30 Jahre alt werden können, Sie also für diese Zeit für das Wohlbefinden Ihres Schützlings verantwortlich sind. Falls Sie aus irgendwelchen Gründen irgendwann das Interesse an Ihrem achtbeinigen Mitbewohner verlieren: bitte geben Sie Ihre Spinne an einen anderen begeisterten Sammler ab oder in eine Zoohandlung, die sich damit auskennt. Etwas, worüber Sie vielleicht noch nicht nachgedacht haben: ist ihr unmittelbares Umfeld (Familie,....) bereit und tolerant genug, gelegentlich entwischten Futtertieren sozusagen Auge in Auge gegenüberzustehen? Selbst wenn Sie noch so vorsichtig sind, wird Ihnen früher oder später eine Grille oder ein Heimchen (oder wie wärs mit einer Schabe? ;-) abhauen.

OK, diese Überlegungen haben Sie bestimmt schon längst hinter sich. Also nun zu der eigentlichen Frage: welche Arten eignen sich am besten für einen Anfänger? Die Spinne sollte friedlich und ein eventueller Biss möglichst schmerzlos sein. Außerdem sollte sie wahrscheinlich einen Urlaub (3-4 Wochen) ohne Pflege überstehen. Und wichtig: hübsch aussehen soll sie natürlich auch. Nur noch ein....

Wichtiger Hinweis für Allergiker!

Das Gift von Vogelspinnen ähnelt dem von Bienen oder Wespen und ist genauso ungefährlich. Falls Sie allergisch auf dieses Gift reagieren, ist es dementsprechend aber auch genauso gefährlich wie Bienen- oder Wespengift. In diesem Fall kann ein unter normalen Umständen harmloser Giftbiss fatale Folgen haben.

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Hilfe, lauter lateinische Namen....

Sie werden im Folgenden auf einige lateinische Bezeichnungen stoßen. Bitte lassen Sie sich dadurch nicht abschrecken - jedes Ding braucht schließlich seinen eindeutigen Namen. Leider habe ich im Moment noch sehr wenig Fotos in meinem Artenteil, aber zu allen genannten Arten finden sie welche auf der Webeite von Rick C. West: Tarantula Expert - Rick West.

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Die Einsteigerspinne

Als typische Einsteigerspinne gilt Grammostola spatulata (oder Grammostola rosea, wie sie inzwischen heißt), die auch oft als "Rote Chile Vogelspinne" oder kurz "Rote Chile" bezeichnet wird.
Diese Art

Auch meine erste Spinne war eine G. rosea mit ca. 5 cm Körperlänge, weil ich eine Spinne wollte, die auch als Vogelspinne erkannt wird und ich für wenig Geld "viel Spinne" bekommen habe. Gleichzeitig habe ich mir auch noch einen Spiderling, wie Spinnenbabies von Vogelspinnenhalter(inne)n genannt werden, von einer afrikanischen Art gekauft. Dass afrikanische Arten unter Vogelspinnen zu den wehrhaften Vertretern gehören wusste ich, glaube ich, nicht und es hat auch nie eine Rolle gespielt. Wer immer, also auch bei Arten, die als friedfertig gelten, den nötigen Respekt behält und diese nicht als Spielzeug oder Streicheltier betrachtet, weiß mit der Zeit, mit welchem Verhalten zu rechnen ist.

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Boden- oder baumbewohnend?

G. spatulata ist eine bodenbewohnende Art. Es gibt aber auch baumbewohnende Arten, die sich sehr gut für Anfänger eignen, auch wenn sie in der Haltung etwas anspruchsvoller sind. Besonders die Gattung Avicularia wäre hier als geeignet zu nennen.

Aber zunächst....

Bodenbewohnende Arten

Die Gattung Grammostola

G. rosea, die bekannteste Vertreterin dieser Gattung, hat also normalerweise ein sehr ruhiges Wesen und stellt keine großen Ansprüche an die Haltung. So reagieren viele Arten empfindlich auf Trockenheit, G. rosea sollte dagegen nicht, zumindest nicht ständig, auf feuchtem Bodengrund gehalten werden. Auch längere Trockenperioden stellen offensichtlich kein Problem dar (Stichwort Urlaub). Ein Schälchen mit sauberem Wasser sollte in keinem Terrarium fehlen, auch wenn es unter Umständen reicht, das Bodensubstrat an einer Stelle feucht genug zu halten, damit die Spinne daran "nuckeln" kann.

Auch andere Arten der Gattung Grammostola gelten als sehr friedfertig und können außerdem zum Teil eine beachtliche Größe erreichen. Z.B. G. grossa, die früher G. pulchripes hieß, erreicht eine Körperlänge von ca. 10 cm. Unsere G. pulchra, eine sehr schöne schwarze Art, ist manchmal allerdings ziemlich lebhaft und ich würde nicht dafür unterschreiben, dass sie nicht mal auf die Idee kommt, zu beißen (wie gesagt, den nötigen Respekt sollte man nicht verlieren).

Die Gattung Brachypelma

Außer Grammostola gilt auch Brachypelma als Gattung, deren Arten sehr gut für Anfänger geeignet sind. Im Gegensatz zu Grammostola sind einige farblich sehr schöne Arten dabei: B. smithi (die mexikanische "Rotknievogelspinne"), B. emilia und B. boehmei, um nur ein paar zu nennen. Die bekannteste Vogelspinne überhaupt dürfte wohl B. smithi sein. Selbst in Filmen, wie "Daktari" und "Tarzan" kommt sie vor, obwohl beide in Afrika spielen. ;-) In "Mörderspinnen" wurden tausende dieser völlig harmlosen, wunderschönen Tiere getötet - aber das nur am Rande erwähnt.

Wie alle Grammostola-Arten haben auch alle Brachypelma-Arten Brenn- oder Reizhaare auf dem Hinterleib und machen im Gegensatz zu Ersteren zur Abwehr auch ausgiebig Gebrauch davon. Davon abgesehen sind auch Brachypelma-Arten sehr friedfertig. Es kann aber auch vorkommen, dass sie ihre Drohhaltung annehmen, sich also auf die Hinterbeine stellen und aufrichten. Die Abwehr beschränkt sich dann normalerweise auf blitzschnelles Schlagen mit den Vorderbeinen. Zumindest habe ich noch nie erlebt, dass eine Brachypelma versucht hat zu beißen.

Und noch eine "Kleinigkeit"....

Gerade Grammostola-Arten und B. smithi haben gegenüber den meisten Vogelspinnen den großen Vorteil, dass sie sich nicht eingraben oder in ihrer Höhle verstecken, sondern meistens zu sehen sind. Im Vergleich zu G. rosea ist B. smithi allerdings wesentlich teurer (ca. DM 30,- für eine große G. rosea, ca. DM 100-130,- für eine große B. smithi). Diese Preise gelten für Vogelspinnenbörsen. In Zoohandlungen ist grundsätzlich mindestens mit dem doppelten Betrag zu rechnen.

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Baumbewohnende Arten

Die Gattung Avicularia

Arten der Gattung Avicularia gelten nicht nur als äußerst friedfertig, sondern sehen außerdem recht hübsch aus (z.B. A. versicolor ist wunderschön).

Bei einer Avicularia müssen Sie, wie bei allen Baumbewohnern, z.B. beim Umsetzen ins Terrarium, damit rechnen, dass sie springt oder sich fallen lässt und wegrennt. Bei meinem Bruder habe ich schon öfter eine vom Rücken "gepflückt".

Die Gattung Psalmopoeus

Psalmopoeus ist zwar auch eine Gattung baumbewohnender Arten und wird auch häufig angeboten, aber Psalmopoeus-Arten sind sehr schreckhaft und sehr flink. Wenn Sie durch die blitzschnellen Bewegungen der Spinne nicht selbst erschrecken und ruhig bleiben, ist z.B. P. cambridgei eine etwas lebhaftere Alternative zu Avicularia-Arten.

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Alle Klarheiten beseitigt?

Jetzt habe ich vermutlich wieder so viele Alternativen genannt, dass Sie genauso schlau sind wie vorher. Ich kann Ihnen daher nur empfehlen, sich Fotos von Arten der genannten Gattungen anzuschauen und sich für die zu entscheiden, die Ihnen am besten gefällt. Es gibt inzwischen fast überall Vogelspinnenbörsen. Dort können sie Ihre Vogelspinne nicht nur relativ günstig erwerben, sondern sich außerdem gleich über die genauen Haltungsbedingungen informieren. Von Zoohandlungen rate ich Ihnen ab: 1. teuer, 2. evtl. keine oder sogar falsche Pflegeanleitung, 3. manchmal geschwächte Wildfänge, die nicht lange leben. Vom höheren Preis abgesehen gibt es natürlich Ausnahmen ...


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